Auf seiner Entwicklerkonferenz diese Woche stellte Anthropic zwei Features vor, deren Namen mich zum Innehalten brachten: Dreaming und Memories. Technisch verstehe ich genau, was sie tun. Dreaming ist ein Modus für Hintergrundverarbeitung, in dem das Modell während Leerlaufzyklen Inferenz ausführt. Memories ist persistenter Kontextspeicher über Sessions hinweg. Beides sind echte, nützliche Fähigkeiten. Keines träumt. Keines erinnert sich an etwas im Sinne dieses Wortes, wenn man es auf einen Menschen anwendet.
Und doch. Da liegen die Wörter, eingebettet in die Produktankündigung, als gehörten sie dort hin.
Das ist kein Anthropic-Problem. Es ist eine Industriegewohnheit. Und inzwischen lohnt es sich, das klar zu benennen, weil die Wahl der Wörter in einem Produkt niemals neutral ist. Sie prägt, wie Menschen denken, dass etwas funktioniert. Sie prägt, wem sie es anvertrauen. Sie prägt, was sie erwarten, wenn es fehlschlägt.



