Wenn ein Unternehmen Ausnahmen für bestimmte Regionen in eine Richtlinie schreibt, die es als universelles Qualitätsmerkmal beschrieben hat, dann stimmt etwas mit der Richtlinie nicht. Genau das ist Google gerade passiert.
Unter Druck der EU-Behörden, die den Digital Markets Act durchsetzen, hat Google begonnen, Ausnahmen von seiner Policy gegen Website-Reputation-Missbrauch für europäische Nachrichtenmedien zu schaffen. Die 2024 eingeführte Richtlinie zielt auf das ab, was Google "Parasite SEO" nennt: Inhalte von Dritten, die auf hochrangigen Domains gehostet werden, um deren Rankingkraft auszunutzen. Denk an Coupon-Subdomains, Affiliate-Review-Abschnitte auf Nachrichten-Websites, sowas. Ein legitimes Ziel. Ein echtes Problem in Suchergebnissen.
Aber die Ausnahmen, die jetzt verhandelt werden, erzählen eine komplexere Geschichte. Manche der Verlage, die von dieser Richtlinie erfasst werden, sind keine Parasiten. Es sind Nachrichtenorganisationen mit echten Redaktionsteams, die kommerzielle Inhalte parallel betreiben, genau die Art von Anordnung, die Journalismus seit Jahrzehnten finanziert. Googles Bereitschaft, sie auszunehmen, wenn Regulatoren hart genug Druck ausüben, ist ein öffentliches Eingeständnis, dass die ursprüngliche Regel breiter war als das Problem, das sie lösen sollte.



